Am 14. August dieses Jahres konnte Georg Heilingsetzer seinen 80. Geburtstag in Zell am Moos feiern.
Aufgewachsen als Sohn zweier Gymnasiallehrer in Wien, studierte er an der dortigen Universität Rechtswissenschaften, Geschichte und Kunstgeschichte. In Wien wurde er auch Mitglied des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Seine Promotion fand 1970 statt, die Staatsprüfung legte er im Folgejahr ab. Anschließend war Heilingsetzer als wissenschaftlicher Beamter am Oberösterreichischen Landesarchiv in Linz tätig, seit 1989 als dessen Direktor-Stellvertreter. Ab 1985 nahm er Lehraufträge am Institut für Geschichte an der Universität Wien wahr, seit 2001 ist er dort Honorarprofessor für Österreichische Geschichte. Mit dem Jahr 2004 ging er in Pension.
Georg Heilingsetzer gehört und gehörte zahlreichen wissenschaftlichen Vereinen und Beiräten an, darunter seit 1972 der Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege Oberösterreich (vormals Oberösterreichischer Musealverein), deren Präsident er von 1991 bis 1994 war. Darüber hinaus war er lange für das fürstlich-starhembergische Archiv in Eferding verantwortlich. Ebenso ist er Wissenschaftlicher Beirat des Anton Bruckner Institut Linz. Unzählige Vorträge und Publikationen zeichnen seine wissenschaftliche Arbeit aus. Eine Bibliographie seines umfangreichen Schaffens findet sich in der Festschrift zu seinem 70. Geburtstag, die als 160. Band des Jahrbuches für Landeskunde und Denkmalpflege 2015 erscheinen konnte.
Heilingsetzers Forschungsschwerpunkte liegen in der Frühen Neuzeit, umfassen aber auch Themen vom Mittelalter bis zum 20.Jahrhundert. Dies betrifft vor allem die Österreichische Geschichte und die oberösterreichische Landes- und Regionalgeschichte. Im Fokus standen oft auch Adel und Ständewesen, die Aufklärung des 18.Jahrhunderts und die politischen und kulturellen Beziehungen Österreichs zu Frankreich und v.a. zu England. Auch über seinen Geburtsort Mondsee hat Heilingsetzer viel publiziert.
Seine private Sammlung an Unterlagen, Aufsätzen, Arbeiten und Korrespondenzen hat er dem Oberösterreichischen Landesarchiv übergeben, wo sie von ihm bearbeitet und erweitert wird. Aufgrund seiner Leistungen erhielt Heilingsetzer 1979 den Theodor Körner-Förderungspreis und 2006 das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse. Seit 1973 ist Heilingsetzer mit Rafaela (geb. Maier) verheiratet und Vater einer Tochter und eines Sohnes. Der vierfache Großvater lebt in Linz und in Zell am Moos.
Georg Heilingsetzer zeichnen aber nicht nur seine wissenschaftlichen Kompetenzen aus. Seine Hilfsbereitschaft und sein liebenswürdiges und offenes Wesen machen ihn zum freundschaftlichen Gefährten und Ansprechpartner in beruflichen und privaten Dingen. So wünschen wir ihm alle zu seinem runden Geburtstag Gesundheit und Zufriedenheit, die er im Kreise seiner Familie und seiner Freunde verbringen kann. Möge der besonders reiselustige Jubilar noch viel von der Welt sehen! Klaus Petermayr