St. Florian Stiftsportal
Stiftsportal St. Florian
Gmunden Seeschloß Ort
Gmunden, Seeschloß Orth
Gieskirchen, Prechtlerstraße
Grieskirchen, Prechtlerstraße
Steyr, Dunklhof
Steyr, Dunklhof
Kremsmünster, Kirchberg 1
Kremsmünster, Kirchberg 1
Neufelden, Markt 24
Neufelden, Markt 24
Pulgarn, Deckenfresken
Pulgarn, Deckenfresken
Schöndorf, Filialkirche
Schöndorf, Filialkirche

Jahresbericht 1996

 

 

 

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Steyr, Kirchengasse 16, Dunklhof, nach Dachinstandsetzung

 

 

 

 

 

 

Steyr, Kirchengasse 16 (Jahresbericht 1996 - eu -)

In dem berühmten Dunklhof mit seinen spätgotischen und renaissancezeitlichen Arkandengängen konnte die Sanierung der in vielen Bereichen schadhaften Dachdeckungen und des teilweise noch spätgotischen Dachstuhls durchgeführt werden, womit ein sehr wesentliches Anliegen der Denkmalpflege in Steyr erfüllt werden konnte. Hiebei wurde in vorbildlicher Weise dem stimmungsvollen Altersbild und dem historisch überlieferten Zustand Rechnung getragen, indem im Arkadenhof die alten handgeschlagenen Dachziegel wieder verwendet und durch Altmaterial ergänzt wurden. Wesentlich war hiebei auch die traditionelle handwerksgerechte Ausführung mit aufgemörteltem Firsten, Graten, Gaupenanschlüssen etc., die in Oberösterreich bedauerlicherweise fast völlig abgekommen sind. Die seitlich abgewandten Dachflächen wurden mit neuen "Kirchenbibern" eingedeckt. Einen besonderen Aufwand erforderte auch die Instandsetzung der hohen gemauerten und geputzten Kaminköpfe, die einen markanten Bestandteil der vielgestaltigen Dachlandschaft bilden und somit für die Denkmalpflege unverzichtbar sind. Es ist zu hoffen, daß in der Folge auch die durch Muster- und Probearbeiten vorbereiteten Stein- und Putzrestaurierungen zur Durchführung gelangen können.

 


Schöndorf Filialkirche nach Außenrestaurierung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schöndorf, Filialkirche Maria Himmelfahrt (Jahresbericht 1996 - te -)

Die erste urkundliche Erwähnung der Filialkirche geht auf das Jahr 824 zurück. Der auf einer Geländestufe errichtete, weithin sichtbare Kirchenbau fällt vor allem durch die eigenartige Stellung der hintereinander gestellten Westtürme auf, wobei der an den ersten Turm anschließende sogenannte "Römerturm" erst Anfang des 16. Jahrhunderts errichtet und nie vollendet wurde. Nachdem bereits 1992 die Westseite des Römerturmes restauriert wurde, konnte 1996 die gesamte Außenrestaurierung abgeschlossen werden. Besonderes Augenmerk wurde auf die Freilegung und Restaurierung des polychrom gemalten, spätgotischen Hauptfrieses an der Dachtraufe im Bereich der Apsis gelegt. Der üppige aus Fischblasen und Vierpässen gebildete Fries wird über dem Ostfenster der Apsis durch eine Darstellung Mariens mit Kind unterbrochen. Mit hohem Aufwand mußte der für die historische Verputzung nachteilige Dispersionsanstrich abgebeizt werden. Nach partieller Ausbesserung des Fassadenputzes und Abdeckung der Strebepfeiler mit Lärchenschindeln wurde die Nullfläche der Fassade nach Befund in einem naturputzfarbenen zarten Grauton gestrichen. Lediglich das Hauptgesimse und die Fensterrahmungen wurden in Weiß gehalten. Die steinsichtigen Westtürme aus Sandstein- und Konglomeratquadern wurden gereinigt und – wo technisch notwendig – offene Fugen mit Trassitmörtel und Steinen kleinteilig ausgezwickelt. Die Turmdächer erhielten wieder eine Lärchenschindeldeckung.

 


Gmunden Seeschloß Ort nach Restaurierung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gmunden, Seeschloss Ort (Jahresbericht 1996 - te -)

Nach der Erwerbung des Seeschlosses durch die Stadtgemeinde Gmunden aus dem Besitz der Österreichischen Bundesforste wurden verschiedene Instandhaltungs- und Restaurierungsmaßnahmen eingeleitet, die durch eine bauhistorische Untersuchung und eine Fassadenuntersuchung vorbereitet wurden. Nach der Errichtung der gotischen Burg und einer renaissancezeitlichen Bauphase, die an den Fassaden durch spätgotische, rot-grau facettierte Eckquaderbefunde und durch Sgraffitobefunde aus der Zeit um 1578 dokumentiert sind, entstand nach dem Brand von 1634 das Schloß in der heute bestehenden form. Dem entspricht die erste einheitlich dokumentierbare Fassadengestaltung mit gemalten rot marmorierten Geschoßbändern, Fenstereinfassungen und Eckquaderungen am Turm, die als Imitation des regionstypischen, am Schloß auch verwendeten Traunsteinmarmors zu verstehen sind. Die nunmehrige Außenfärbelung erfolgte jedoch mit Rücksicht auf das historisch gewachsene, gesamthafte Erscheinungsbild in einer einheitlichen Weißfassung, die mit den grün gestrichenen, außen sitzenden Fensterrahmen nach dem Typus des 19.Jahrhunderts kombiniert ist. Abgesehen vom Turm, der auf Grund der uneinheitlichen Untergründe und zementhältigen Überriebe eine Silikatfärbelung erforderte, konnte eine reine Kalkfärbelung ausgeführt werden. Die bestehenden Fenster wurden beibehalten und grün-weiß gestrichen. Am Turm konnte neben dem gotischen Hauptportal das vermauerte spitzbogige Gehtürl mit der ursprünglichen Zugbrückenrolle wieder freigelegt werden. Innerhalb der Torblende entschloß man sich zu einer Dokumentation der marmorierten Fassung des 17.Jahrhunderts, indem die Reste der Portalquaderrahmung sichtbar belassen und rekonstruktiv ergänzt wurden. Dies geschah auch in Abstimmung zu dem darüber befindlichen spätgotischen Kreuzstockfenster in Rotmarmor, das restauriert wurde. Zwei weitere bemerkenswerte Farbakzente am Turm bilden nunmehr die restaurierten Zifferblätter der Turmuhr, an denen nach Freilegung und Konservierung auf der Grundlage der Befunde die Farbfassungen von 1776 (Hof) und 1843 (Seeseite) wiederhergestellt wurden. Die schadhafte Holzschindeldeckung der Turmhelmspitze wurde erneuert. Im Inneren wurden Adaptierungsmaßnahmen für Veranstaltungszwecke, museale Nutzung etc. in Angriff genommen, die unter sorgfältiger Rücksichtnahme auf Substanz und Struktur in kleinen Schritten erfolgen. Einen besonderen denkmalpflegerischen Diskussionspunkt stellt hiebei die Schaffung von größeren Räumen durch Entfernung von späteren Zwischenwänden und abgehängten Decken aus dem 18. oder 19. Jahrhundert dar, wo dem historisch gewachsenen Zustand ein verdeckter Bestand von besonders qualitätvollen großräumigen Riemlingdecken aus dem 17. Jahrhundert gegenübersteht. Im Obergeschoß des Westflügels wurde die Rückführung von zwei nebeneinander liegenden Räumen des 17. Jahrhunderts mit Holzbalkendecken eingeleitet. Ein vorbildliches Ergebnis erbrachte die Wiederherstellung der substantiell bereits sehr schadhaften Brücke zum Schloß in der überlieferten traditionellen Holzbautechnik, bei der sowohl geschmäcklerischen Zutaten, als auch standardisierten Stahlkonstruktionen eine Absage erteilt wurde.

 


Grieskirchen, Prechtlerstraße 18 nach Fassadenrestaurierung

 

 

 

 

 

Grieskirchen, Prechtlerstraße 18 (Jahresbericht 1996 - eu -)

1996 konnte die umfangreiche bauliche Sanierung des substantiell und statisch äußerst schlecht erhaltenen renaissancezeitlichen Gebäudes abgeschlossen und die Adaptierung für Wohn- und Bürozwecke fertiggestellt werden. Neben der Sanierung von Putzen, Anstrichen und Steingewänden in den charakteristischen gewölbten Mittelfluren lag der restauratorische Schwerpunkt auf der bemerkenswerten spätbarocken Stuckfassade an der hohen Vorschußmauer. Nach der Festigung, Hinterfüllung und Freilegung der durch Dispersionsanstriche stark geschädigten Stukkaturen erfolgte die Färbelung nach Befund mit gebrochen weißen Nullflächen, an denen allerdings der spätere Überrieb über der ursprünglichen feinen Rieselputzoberfläche bestehen bleiben mußte, sowie mit ocker Stukkaturen. Als vorbildlich ist ferner die Wiederherstellung der außen aufschlagenden Rahmenstockfenster zu bezeichnen, die das authentische Gesamtbild der Fassade wesentlich mitbestimmen. Eu.

 


Kremsmünster, Kirchberg 1 nach Holzschindldeckung

 

 

 

 

 

 

 

Kremsmünster, Kirchberg Nr.1 (Jahresbericht 1996 - eu -)

Das sogenannte "Blaue Haus" ist ein stattlicher Bau aus dem 18. Jahrhundert mit reichen Rokokostuckfassaden und einem hohen Mansarddach mit Holzschindeldeckung. Die Dachdeckung wurde zuletzt um 1968 gemäß der überlieferten Art mit doppelt gedeckten Fichtenschindeln erneuert, die durch wechselnde Lagen "gegen das Wetter" bzw. "mit dem Wetter" eine Art von Fischgrätmusterung ergaben. Nachdem sich diese Deckung bereits in schlechtem Zustand befand, aber aus Sicht der Denkmalpflege die Holzschindeldeckung bei diesem bedeutenden Objekt nicht aufgegeben werden sollte, kam nunmehr im Hinblick auf längere Beständigkeit eine Dreifachdeckung mit Lärchenschindeln zur Ausführung, wobei durch eigens angefertigte lange und schmale Schindelformate zumindest die schmale Reihung optisch nachgebildet werden konnte. Überdies wurden die Grate wechselseitig eingebunden, sodaß durch die zunehmende Schrägstellung der Schindel bis zu den Graten eine Annäherung an das überlieferte elegante und "weiche" Erscheinungsbild erzielt wurde. Durch die entsprechende handwerkliche Flexibilität wurde ein zufriedenstellendes Gesamtergebnis gewährleistet. Eu

 


St. Florian Stiftsportal von Leonhard Sattler 1713 nach Restaurierung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

St. Florian, Stift

In Zusammenhang mit der Landesausstellung 1996 aus Anlaß des 100. Todestages von Anton Bruckner konnten neben dem Innenraum des Sommerrefektoriums (siehe Jahresbericht 1995) auch noch weitere wichtige Restaurierungsvorhaben verwirklicht werden. Das bedeutende Stiftsportal, das nach dem Konzept von Jakob Prandtauer 1713 vom Bildhauer Leonhard Sattler ausgeführt wurde, zeigte sich durch Verschmutzungen, Moos- und Flechtenbewuchs, Abplatzungen und vor allem durch den verwitterten Silikonfarbanstrich von 1985 in einem unansehnlichen Zustand. Nach der Entfernung der Silikonfarbe mittels Niederdruckwirbelstrahlverfahren und Dampfstrahlen und nach den erforderlichen Restaurierungsmaßnahmen der Festigung, Neuverklammerung, Ergänzungen und Kittungen erfolgte ein Überzug mit einer Kalkschlämme in gebrochenem Weißton, der analog zum originalen Bleiweiß-Ölanstrich zu sehen ist. Dadurch hat das plastisch aufwendige Figurenportal mit den Atlanten und Tugendallegorien wieder seine dominierende Stellung an der Westfassade des Stiftes zurückerhalten.
Im sogenannten Gobelinzimmer, das in der Reihe der Kaiserzimmer als Vorraum zum kaiserlichen Audienzsaal eine besondere Funktion hatte, wies das Deckengemälde, das in Öl auf Putz ausgeführt ist, bedrohliche Schäden durch Schollenbildung und Abplatzungen auf. Abgesehen von Zeitschäden durch Kondensatbildung, Firnisüberzüge etc. wurde das Schadensbild auch durch die Eigenspannungen der barocken Malschichten begünstigt, da das ursprüngliche Gemälde von Michael Wenzel Halbax von 1709 im Rahmen einer Neuausstattung des kaiserlichen Apartements von Bartolomeo Altomonte 1725 weitgehend übermalt worden war. Durch eine restauratorische Festigung konnte der Bestand des Deckengemäldes mit der allegorischen Darstellung des Ruhmes des Hauses Österreich im Rahmen einer illusionistischen Scheinarchitektur im Bestand gesichert werden.
Ebenfalls für die Kaiserzimmer wurden von den Restaurierwerkstätten des Bundesdenkmalamtes zwei Nußholztische mit Scagliolaplatten aus dem frühen 18. Jahrhundert mit dem Wappen des Propstes Franz Claudius Kröll (1700-1716) restauriert. Für die angemessene Erneuerung der Beleuchtung und Gehwege im Hinblick auf die Ausstellung und Führungen wurde eine Abstimmung mit der Denkmalpflege durchgeführt. Eu

 


Pulgarn, Gründungskapelle; Ausschnitt aus Kreuzigungsszene, nach Freilegung und Restaurierung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Pulgarn ehemalige Klosterkirche, Sakristeitür um 1512 nach Freilegung und Restaurierung der Farbfassung

Pulgarn, ehemaliges Kloster

Die Freilegung und Restaurierung der gotischen Wandmalereien in der Gründungskapelle des ehemaligen Heilig-Geist-Spitals konnte 1996 zum Abschluß gebracht werden. Nach der Wiederentdeckung der quadratischen Kapelle im Anschluß an die spätere Klosterkirche und nach der Entfernung einer Zwischendecke aus der Barockzeit konnte der kreuzrippengewölbte Raum wiederhergestellt und die Raumschale freigelegt werden. Sie zeigt in der unteren Zone noch aus der Gründungszeit des Spitals (1301) und der Zeit seiner Übertragung an den Heilig-Geist-Orden (1315) zwei Wandbilder, und zwar ein mystisch inspiriertes Astkreuz mit Kruzifix und Assistenzfiguren neben einem Heiligenbildnis mit dem Doppelkreuz des Heilig-Geist-Ordens und ferner an der gegenüberliegenden Seite eine in einer Baldachinarchitektur thronenden Madonna mit kleinen Stifterfiguren und dem Stifterwappen der Capeller von Steyregg.
Am Beginn des 15. Jahrhunderts wurde durch eine Stiftung der Gruber von Luftenberg, als Carl Gruber Klosterbruder in Pulgarn war, die Kapelle mit einem neuen Kreuzrippengewölbe und neuen Maßwerkfenstern umgebaut und eine neue Wandmalereiausstattung in den eleganten, modischen, dekorativen Formen des Weichen Stils geschaffen. die Hauptdarstellung, welche die gesamte Ostwand über dem ehemaligen Apsisbogen einnimmt, besteht aus einer figurenreichen, dicht gedrängten Kreuzigungsszene, die von je einer geistlichen und einer weltlichen Stifterfigur, letztere in hochmodischer Tracht, flankiert wird. Ein gutes Dokument für das gestiegene Selbstbewußtsein der Stifterpersönlichkeiten und die künstlerische Annäherung der Realitätsebenen ist die erkennbare erste Vorzeichnung der Stifter in völlig identischer Darstellung, aber noch in kleinerem Maßstab. Die südliche Seitenwand zeigt den Kampf des Hl. Georg gegen den Drachen, das Gewölbe die Evangelistensymbole. Die spätgotische Ausmalung ist durch die Aussagekraft der großflächig noch erhaltenen Malschichten gekennzeichnet.
Ein außergewöhnliches Ergebnis erbrachte auch die Restaurierung der gotischen Sakristeitür der nachmaligen Klosterkirche aus der Zeit um 1512. Nach Entfernung der Übermalungen zeigt die Bohlentüre eine seltene spätgotische Originalfassung, die durch verschiedenfarbige Rauten ein räumliches Quadermuster in Art der renaissancezeitlichen Perspektivkunststücke darstellt. Gleichzeitig erfolgte die Restaurierung der frühbarocken, allerdings sekundär verwendeten Kirchentür aus dem 17. Jahrhundert, an der die Übermalungen abgenommen und Harz-Wachs-Oberflächen hergestellt wurden. Eu

 


Neufelden, Markt 24, nach Fassadenrestaurierung

 

 

 

 

 

Neufelden, Markt 24

Die weitgehend erhaltene barocke Giebelfassade des Markthauses wurde nach vorangehender Befundung einer Sanierung unterzogen. Als Restaurierziel ergab sich die Instandsetzung der für das überlieferte Erscheinungsbild maßgebenden spätbarock-biedermeierlichen Letztfassung, die über einer renaissancezeitlichen und einer früheren barocken Putzebene liegt. Nach Abbeizen des letzten Dispersionsanstriches wurde der Putzgrund und Rieselbewurf in Kalktechnik ergänzt, kleinere Risse und Fehlstellen geschlossen. Ebenso wurden die stuckierten Fensterumrahmungen restauratorisch behandelt. Nach Eingrundieren mit Kalkmilch wurde der mehrmalige Kalkanstrich in einem der Letztfassung entsprechendem Gelbton aufgetragen. Auch das aufgedoppelte Holztor, die putzbündigen äußeren Flügel der vorgehängten Winterfenster sowie die Läden der glockenförmigen Giebelfenster wurden saniert und mit Standölzusatz lackiert; ebenso nach dem Entrosten die schmiedeeisernen Fensterkörbe. WH