
Pulgarn, Gründungskapelle; Ausschnitt aus
Kreuzigungsszene, nach Freilegung und Restaurierung

Pulgarn ehemalige Klosterkirche, Sakristeitür um 1512 nach Freilegung und
Restaurierung der Farbfassung
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Pulgarn, ehemaliges Kloster
Die Freilegung und Restaurierung der gotischen Wandmalereien in der Gründungskapelle des
ehemaligen Heilig-Geist-Spitals konnte 1996 zum Abschluß gebracht werden. Nach der
Wiederentdeckung der quadratischen Kapelle im Anschluß an die spätere Klosterkirche und
nach der Entfernung einer Zwischendecke aus der Barockzeit konnte der kreuzrippengewölbte
Raum wiederhergestellt und die Raumschale freigelegt werden. Sie zeigt in der unteren Zone
noch aus der Gründungszeit des Spitals (1301) und der Zeit seiner Übertragung an den
Heilig-Geist-Orden (1315) zwei Wandbilder, und zwar ein mystisch inspiriertes Astkreuz mit
Kruzifix und Assistenzfiguren neben einem Heiligenbildnis mit dem Doppelkreuz des
Heilig-Geist-Ordens und ferner an der gegenüberliegenden Seite eine in einer
Baldachinarchitektur thronenden Madonna mit kleinen Stifterfiguren und dem Stifterwappen
der Capeller von Steyregg.
Am Beginn des 15. Jahrhunderts wurde durch eine Stiftung der Gruber von Luftenberg, als
Carl Gruber Klosterbruder in Pulgarn war, die Kapelle mit einem neuen Kreuzrippengewölbe
und neuen Maßwerkfenstern umgebaut und eine neue Wandmalereiausstattung in den eleganten,
modischen, dekorativen Formen des Weichen Stils geschaffen. die Hauptdarstellung, welche
die gesamte Ostwand über dem ehemaligen Apsisbogen einnimmt, besteht aus einer
figurenreichen, dicht gedrängten Kreuzigungsszene, die von je einer geistlichen und einer
weltlichen Stifterfigur, letztere in hochmodischer Tracht, flankiert wird. Ein gutes
Dokument für das gestiegene Selbstbewußtsein der Stifterpersönlichkeiten und die
künstlerische Annäherung der Realitätsebenen ist die erkennbare erste Vorzeichnung der
Stifter in völlig identischer Darstellung, aber noch in kleinerem Maßstab. Die südliche
Seitenwand zeigt den Kampf des Hl. Georg gegen den Drachen, das Gewölbe die
Evangelistensymbole. Die spätgotische Ausmalung ist durch die Aussagekraft der
großflächig noch erhaltenen Malschichten gekennzeichnet.
Ein außergewöhnliches Ergebnis erbrachte auch die Restaurierung der gotischen
Sakristeitür der nachmaligen Klosterkirche aus der Zeit um 1512. Nach Entfernung der
Übermalungen zeigt die Bohlentüre eine seltene spätgotische Originalfassung, die durch
verschiedenfarbige Rauten ein räumliches Quadermuster in Art der renaissancezeitlichen
Perspektivkunststücke darstellt. Gleichzeitig erfolgte die Restaurierung der
frühbarocken, allerdings sekundär verwendeten Kirchentür aus dem 17. Jahrhundert, an
der die Übermalungen abgenommen und Harz-Wachs-Oberflächen hergestellt wurden. Eu
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