Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege

Oberösterreich

ARCHIV: Tagung: Netzwerk Denkmale in der Kulturlandschaft

Tagung des Bundesdenkmalamtes
12.-15. September 2016
Lienz / Osttirol

Denkmale prägen Raum und brauchen Raum. In der historischen Kulturlandschaft bilden sie die Knotenpunkte eines dreidimensionalen Beziehungsgeflechts. Die dokumentarischen Hinterlassenschaften der historischen Lebenswelten schließen sich dort mit dem Naturraum zum Phänomen der Kulturlandschaft zusammen. Eine solche historische Kulturlandschaft besitzt größtmögliche identitätsstiftende Kraft, weil sie die Vorstellungen vom Ursprünglichen nicht nur in der Natur, sondern gleichzeitig auch in der Geschichte spiegeln kann. So wertvoll diese Beziehungen für eine Gesellschaft sein mögen, so schwierig ist der Schutz dieser Werte. Diesem Thema möchte sich die Tagung widmen.

Denkmalschutz alleine vermag bäuerliche, technische, sakrale oder sonstige Kulturlandschaftselemente in Dörfern und Weilern, auf Almen oder im Hochgebirge zu schützen. Dies gilt der Substanz des Objekts und seinem Erscheinungsbild, nicht aber seiner räumlichen Wirkung, die durch immer rasanter werdende Veränderungen in der Umgebung verloren geht. Historische Funktions- und Lebenszusammenhänge des Denkmals sind dann nicht mehr nachvollziehbar. Denkmalschutz vermag in Österreich keinen Schirm rund um seine Objekte aufzuspannen und somit kann er in der Kulturlandschaft nur Punkte oder Linien markieren. Wie könnte eine gemeinsame Perspektive für die Denkmale und „ihre“ Landschaft aussehen? Wie könnte ein Wertekompass funktionieren, der das gemeinsame baulich-landschaftliche Erbe im Alpenraum und in anderen Kulturlandschaften umfassen kann? Welche Konsequenzen könnte die gemeinsame Inwertsetzung für die heutigen Schutzmechanismen haben? Können Verschneidungen von Lenkungsmechanismen, Zusammenwirkungen von Steuerungsinstrumenten, neue wirtschaftliche Perspektiven einschließlich traditioneller Werktechniken etc. einen neuen kulturellen Umweltschutz ergeben? Im Fokus stehen also Handlungsperspektiven, in denen die Interessen zu einer Zukunftsperspektive für die historische Kulturlandschaft gebündelt werden.

Ziel ist es, im ländlichen Raum spezifische Bereiche zu detektieren, zu schützen und zu fördern, welche kulturlandschaftliche Aspekte besitzen und diese unter gewissen Voraussetzungen beziehungsweise Rahmenbedingungen auch bewahren können. Dazu zählen Weiler (mitunter auch Einzelgehöfte), Almen, Schutzhütten, Bergwerke, historische Frontbauten, alpine Wege und Straßen, archäologische Parks etc. Kulturlandschaft bedeutet Naherholung, stiftet Identität und ist neben der sporttouristischen Ausrichtung künftighin die wichtigste touristische Ressource im alpinen Raum. Kulturlandschaft betrifft gleichermaßen Bauwerke/Baudenkmale ebenso wie Landschaft/Kulturlandschaft, was nach einem gemeinsamen Vorgehen von Bund, Land und Gemeinden verlangt (Raumordnung, Kulturgutschutz etc.). Baudenkmale ohne ein angemessenes Umfeld sind wie Landschaft ohne Baudenkmale. Aufgrund der komplexen Herausforderungen stellt sich die Frage nach dem Beitrag der Denkmalpflege. Dieser ist einmal im Einzel- und Ensembleschutz besonderer Objekte und Anlagen zu suchen, im Abgleich diverser Standards und Richtlinien bei Instandsetzungen (z.B. Standards der Baudenkmalpflege des BDA), in der Betreuungskompetenz bei Instandsetzungen oder in der Mitwirkung bei der Inventarisation und in Gremien.

 

Anmeldung bis 30. Juni (Anmeldeformular unter diesem Link).